NACHGEFRAGT

Wie kann ich beten?

Die Autoren der Bibel sagen, dass Gott allwissend ist. Da stellt sich die Frage, warum man überhaupt zu ihm beten sollte, wenn er doch alles weiß. Und doch beten Menschen. Auch zu Gott. Beim Gebet geht es also nicht nur darum, Gott über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu informieren. Vielmehr möchte Gott, dass wir im Gebet eine Beziehung zu ihm pflegen und ihm unser Vertrauen entgegenbringen. Er freut sich, wenn wir uns an ihn wenden. Und auch wenn Gott alles weiß, bewegt unser Gebet ihn doch zum Handeln. Wer betet, wird erleben, wie Gott handelt. Jesus macht in Lukas 11,9-10 einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bitten und Empfangen durch das Gebet deutlich.

Für manche ist es selbstverständlich, ihre Gebete an Gott zu richten. Andere wiederum wollen mit Engeln, Geistern, Toten und Heiligen in Kontakt treten. Die Bibel sagt dazu ganz klar: Erstere Variante ist die richtige. Der Kontakt zu Toten ist sogar verboten. Die Verehrung, die mit dem Gebet einhergeht, sollte allein Gott gelten.

Mit dem „Vaterunser“ gibt uns Jesus konkrete Tipps zum Inhalt eines Gebets. Es zeigt uns, wie die Beziehung zwischen Mensch und Gott aussehen kann und welche Inhalte und Haltung für das Gebet wichtig sind. Der Text lautet wie folgt:

(Matthäus 6,9-13)

Auch wenn Jesus im Vaterunser eine Richtschnur vorgibt, ist ein Gebet in erster Linie ein persönliches Gespräch mit Gott, das ohne Zwang geführt wird. Man kann dabei knien, stehen oder auch liegen, beispielsweise im Bett. Trotzdem sollte das Gebet immer ein persönliches Gespräch mit Gott sein. Denn mein Gebet ist Ausdruck meiner Beziehung zu Gott. Ich kann ihm einfach, ehrlich und konkret sagen, was mir wichtig ist. Mit meinen eigenen Worten, so wie es mir auf dem Herzen liegt. Das kann ich an jedem Ort und zu jeder Zeit tun: bei der Arbeit, in der Schule oder im Freien. In meiner Freizeit oder mitten in der Hektik des Alltags. Kurz oder lang, laut oder leise. Alleine oder mit anderen zusammen. Das Wichtigste ist jedoch, einfach anzufangen.