Die Beschäftigung mit dem Abendmahl ist eine Erfahrung, die unsere Seele bewegt und uns tief im Inneren berührt. Es geschah während der seit Jahrhunderten stattfindenden Feier des Passahfestes, als Jesus am Vorabend seines Todes dieses bedeutsame neue Gemeinschaftsmahl einsetzte, das wir bis heute feiern. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Gottesdienstes. Es bewegt uns dazu, uns an den Tod und die Auferstehung unseres Herrn zu erinnern und auf Seine zukünftige Wiederkunft zu blicken.
Das Passahfest ist das bedeutendste Fest im jüdischen Kalender. Es erinnert an die letzte Plage in Ägypten, bei der alle erstgeborenen Ägypter starben, während die Israeliten verschont blieben, da sie das Blut eines Lammes an ihre Türpfosten gestrichen hatten. Anschließend wurde das Lamm gebraten und mit ungesäuertem Brot gegessen. Gott wies an, dieses Fest über die Generationen hinweg zu feiern.
Auch Jesus folgte dieser Tradition und feierte mit seinen Jüngern das Passahfest. Während des Passahmahls, einer feierlichen Handlung des Passahfestes, nahm Jesus einen Laib Brot, dankte Gott und sagte: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Als er es brach und seinen Jüngern gab, sagte er: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut das, um euch an mich zu erinnern!“ Ebenso nahm er nach dem Essen einen Becher mit Wein, gab ihn den Jüngern und sagte: „Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lukas 22,19–20). Mit diesem letzten Mahl machte Jesus deutlich, was ihm im Folgenden wiederfahren sollte, seine Hinrichtung. Aber er sagt uns auch, das sein Sterben eine weitreichende Bedeutung für die Menschan haben wird.
Brot und Wein stehen für Jesus selbst. Er starb am Kreuz für uns alle. Das Brot symbolisiert seinen Körper, der für uns Qualen erleiden musste. Er wurde geschlagen, geschunden und ans Kreuz genagelt. Wie das Brot zerteilt wird, so wurde auch Jesus äußerlich misshandelt und innerlich zerrissen. Der Wein verweist auf das Blut Jesu, auf sein Leben, das er am Kreuz für die Menschen gelassen hat.
Brot und Wein sind ein Zeichen für die Liebe Gottes, die sich in Jesus Christus offenbart. Durch sein Sterben hat Gott uns mit sich versöhnt. Unsere Schuld wurde auf ihn gelegt. Seine Gerechtigkeit ist unsere Gerechtigkeit geworden.
Weil er unsere Schuld getragen hat, sind wir nun ohne Schuld. Er hat den Weg zu Gott freigemacht.
Brot und Wein stehen für einen neuen Bund
In der Bibel bezeichnet das Wort „Bund” eine feste, unumstößliche Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Dieser Bund geht von Gott aus und ist an uns gerichtet. Wenn wir in diesen Bund eingehen, dürfen wir wissen, dass das, was Gott beschließt und besiegelt, für alle Zeit gültig ist. Jedes Mal, wenn wir das Abendmahl miteinander feiern, erinnern wir uns an diesen Bund, den Gott mit uns geschlossen hat
Deshalb feiern wir das Abendmahl in seiner heutigen Form. Es ist eine Erinnerung daran, was Jesus getan und verheißen hat. Aber es ist mehr als nur eine Erinnerung, denn Jesus ist auch heute noch darin gegenwärtig.